Am Dienstag, den 23. Mai 2023 begann unsere Studienfahrt am Bahnhof Treysa mit der Hiobsbotschaft: „Zugausfall“! Unsere gute Laune wurde dadurch jedoch nicht verdorben, und so kamen wir mit einiger Verspätung am Bahnhof Hamburg Altona an.

Nach Bezug unseres Hostels ging es somit direkt zu unserem ersten Programmpunkt mit einem Mitarbeiter der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Andreas Gsänger, ein ehemaliger Absolvent der Hephata Akademie, betreut in der „alsterdorf assistenz west“ Menschen mit unterschiedlichem Unterstützungs- und Assistenzbedarf.
Die Evangelische Stiftung Alsterdorf geht zurück auf den Pastor Heinrich Sengelmann, der 1850 in der Elbgemeinde Moorfleet eine christliche Arbeitsschule für sozial benachteiligte Kinder gründete. Später wurden in dieser Schule auch behinderte Kinder unterrichtet, konnten dort wohnen und bekamen später die Möglichkeit, dort eine Arbeitsstelle zu bekommen. Heute ist die Ev.Stiftung Alsterdorf einer der größten diakonischen Arbeitgeber in Norddeutschland.

Der Arbeitsplatz von Herrn Gsänger ist die Hausgemeinschaft Lerchenstieg. Dieses Wohnnangebot der „alsterdorf assistenz west“ richtet sich an erwachsene Menschen mit geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen, die an der Vielfalt des städtischen Lebens teilhaben wollen. Das Haus im Lerchenstieg liegt zentral mitten im Stadtteil Sankt Pauli. Bis zu 20 Personen können hier in vier Wohngemeinschaften komplett barierrefrei leben. Jeder Bewohner hat ein eigenes Zimmer, Bad und Küche werden geteilt.

Das Haus ist nur einen Katzensprung von der Reeperbahn entfernt. Dort holte Herr Gsänger uns ab, machte mit uns eine kleine Sightseeingtour, berichtet uns von seiner Arbeit und beantwortete viele unserer Fragen. Er hob besonders den historisch gewachsenen, sehr toleranten Stadtteil Sankt Pauli mit seinem multikulturellem Kulturangebot und seiner guten Verkehrsanbindung hervor. Diese vielen attraktiven Angebote sind bei der sozialraumorientierten Arbeit mit den Bewohnern der Hausgemeinschaft ein großer Pluspunkt. Die Zeit verging schnell, und so machten wir uns auf zu unserem nächsten Programmpunkt.

Bianca, Irina und Nina